Ursachen und Folgen regional heterogener Versorgungs- und (Preis-)Verhandlungsräume

Hintergrund

In seinem Evaluationsbericht zum Jahresausgleich 2009 im Risikostrukturausgleich hat der Wissenschaftliche Beirat festgestellt, dass bei einer regionalen Betrachtung der Deckungsquote nach Kreistypen bei Kernstädten eine Kostenunter- und bei ländlichen Kreisen eine Kostenüberdeckung besteht. Das bedeutet, dass bspw. die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für Versicherte in Region A ausreichend und für „dieselben“ Versicherten in Region B nicht ausreichend wären.

Diese Ausgabevariationen begründen sich in den regional unterschiedlichen Versorgungs- und Verhandlungsstrukturen, die wiederum Einfluss auf die Anzahl der Inanspruchnahmen von Gesundheitsleistungen (Menge) sowie auf deren Einkaufspreise haben. So führen bspw. vermutete angebotsinduzierte Nachfrageeffekte in Versorgungsräumen mit hoher Arzt- und Bettendichte zu überdurchschnittlich hohen Leistungsinanspruchnahmen. Aber auch regionale Unterschiede in der Sozialstruktur (u. a. Einkommen und Bildung) können ein anderes Inanspruchnahmeverhalten der Versicherten begründen. Im Gegensatz zu den Versorgungsräumen sind die räumlichen Verhandlungs-strukturen (Verhandlungsräume) insbesondere ausschlaggebend für die Höhe der Preise von Gesundheitsleistungen. Natürlich haben die Preisverhandlungen und Verträge auch Einfluss auf die Leistungsinanspruchnahmen, doch daraus lässt sich nicht schließen, dass Verhandlungs- und Versorgungsräume kongruent wären.

Zielsetzung

Im Rahmen des Forschungsprojekts soll untersucht werden, wo regionale Unterschiede bestehen und wie sich diese auswirken. Hier sind Ausgabenvariationen nach der Menge (u. a. bedingt durch Angebotseffekte, aber auch unterschiedliche Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen) sowie nach dem Preis (regionale Kostenstrukturen) zu differenzieren. Es sollen potenzielle Lösungsmöglichkeiten betrachtet und in ihrer Wirkung auf die Kassen analysiert und diskutiert werden.