Nutzenanalyse onkologische Zentrenbildung

Hintergrund

Die Darmkrebsbehandlung – insbesondere die Behandlung des kolorektalen Karzinoms – ist mittlerweile vermehrt an die Bildung spezialisierter, onkologischer Zentren geknüpft. Dies wirft die Frage danach auf, inwiefern sich eine solche Zentrenbildung positiv auf den Behandlungserfolg erkrankter Patienten auswirkt. Das WIG2 Institut hat vor diesem Hintergrund in Zusammenarbeit mit Forschern des Universitätsklinikums eine Metaanalyse sowie eine Modellierung der regionalen epidemiologischen Entwicklung in Schleswig-Holstein vorgenommen.

Informationen im Überblick

Titel: Nutzenanalyse onkologischer Zentrenbildung im Bereich der Behandlung des kolorektalen Karzinoms

Motivation: Vor dem Hintergrund multidisziplinärer Behandlungstrends im Zusammenhang mit der Bildung spezialisierter Krebszentren, sind die Fragen nach Kosten und Nutzen für den Patienten in Form einer Mortalitätsreduktion zu diskutieren.

Fragestellung: Inwiefern kann durch die Etablierung einer multidisziplinären Behandlung in einem Krebszentrum das Überleben von Patienten mit der Diagnose des kolorektalen Karzinoms gesteigert werden? Welche regionalen Auswirkungen ergeben daraus?

Methodisches Vorgehen: systematische Literaturanalyse unter Anwendung des PRISMA-Schemas, Simulation erwarteter Veränderungen in einem Markov-Modell

Partner:

  • Klinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Deutschland
  • Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Deutschland
  • Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Deutschland
  • Klinik für Hals-Nasen und Ohrenheilkunde, Universitätsklinkum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Deutschland
  • Management, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Deutschland

Leipzig, Mai 2017

Das kolorektale Karzinom sowie mögliche Behandlungserfolge im Zusammenhang mit spezialisierten onkologischen Zentren waren bereits bei der diesjährigen DGGÖ Jahrestagung Themen der Diskussion. Nun hat das WIG2 Institut in Zusammenarbeit mit Kliniken Schleswig-Holsteins ein wissenschaftliches Papier veröffentlicht, das auf die Bewertung von Erfolgspotenzialen onkologischer Zentren bei der Behandlung betroffener Patienten abzielt. Ein entscheidender Nutzen definiert sich dabei über eine mögliche Mortalitätsreduktion erkrankter Patienten.

Den ersten Schritt der Untersuchungen stellte in diesem Zusammenhang zunächst eine umfassende Literaturrecherche dar. Hier wurden unter Anwendung des Prisma-Schemas 602 Artikel auf zehn relevante Publikationen verdichtet, die schließlich den Kern für die daran anschließende Meta-Analyse darstellten. Inwiefern sich mögliche Nutzenwirkungen regional entfalten, wurde anhand von zwei in Schleswig-Holstein in den Jahren 2012 (Kiel) und 2013 (Lübeck) etablierten Darmkrebszentren prognostiziert. Die Basis der Untersuchung bildeten in diesem Zusammenhang umfassende Bevölkerungsdaten Schleswig-Holsteins, welche anhand eines Markov-Modells entsprechend aufbereitet wurden.

Die Ergebnisse der Metaregression ergaben eine Reduktion der Sterblichkeitsrate um immerhin 4,5 % im Zusammenhang mit einer multidisziplinären Behandlung in onkologischen Zentren. Die größten Vorteile aus der Behandlungsform entstehen dabei für jene Patienten, deren Krankheit bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Dementsprechend kann der Nutzen von Krebszentren durchaus als positiv bewertet werden. Auf Basis der prognostizierten epidemiologischen Entwicklung können künftige Anforderungen an die Versorgung abgeleitet werden.

 

 

Weiterführende Informationen

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Ihre Ansprechpartnerin

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Dipl.-Volksw. Ines Weinhold - Leiterin Gesundheitsökonomie

E-Mail: ines.weinhold(at)wig2(dot)de

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