WIG2-Forschungsseminare

In Zusammenarbeit und unter Betreuung des WIG2 Instituts entstanden und entstehen eine Vielzahl wissenschaftlicher Abschlussarbeiten. Damit die angehenden Absolvent:innen ihre wissenschaftlichen Themen von der ersten Idee, über die Recherche und das Verfassen bis hin zur Präsentation der Ergebnisse mit den Kolleg:innen offen diskutieren können, finden bei uns regelmäßig Forschungsseminare statt. Darüber hinaus bietet dieses Format unseren Mitarbeiter:innen einen synergiereichen Rahmen, z. B. für den fachübergreifenden Austausch zu aktuellen Forschungsprojekten oder für Workshops zu neuen Methoden und Tools.

Die WIG2-Forschungsseminare finden alle ein bis zwei Monate statt. Sie werden von unserer Leiterin für den Bereich wissenschaftliche Entwicklung und Wissenschaftsmanagement, Frau Dr. Carsta Militzer-Horstmann, organisiert. Seit letztem Herbst haben wir beispielsweise folgende Themen unter die Lupe genommen: 


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Josephine Thiesen, studentische Mitarbeiterin am WIG2 Institut,
Forschungsseminar 14 am 15.4.2021

Schwerpunktfindung für Masterthema: „Erreichbarkeit der hausärztlichen Versorgung geriatrischer Patient:innen in Sachsen“

Unsere studentische Kollegin Josephine Thiesen hat in unserem 14. Forschungsseminar ihre Ideenfindung bei der Masterarbeit für ihren Studiengang Public Health – Prävention und Evaluation an der Technischen Universität Chemnitz vorgestellt. Sie möchte untersuchen, inwiefern das GKV-Versorgungsstrukturgesetz (2011) und das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (2015) eine wohnortnahe, flächendeckende, ambulante, medizinische Versorgung sicherstellen. Dabei konzentriert sie sich auf räumliche Faktoren als Kriterium, sowie den veränderten Versorgungsbedarf aufgrund des demografischen Wandels und der Multimorbidität. Fokus der Arbeit soll die hausärztliche Versorgung der ambulant behandelten, geriatrischen Patient:innen sein.

Doch welchen Einfluss haben beispielsweise der Urbanisierungsgrad auf die Akzeptanz von Entfernungen zu Versorgungsangeboten? Diese Frage war der Beginn einer äußerst kreativen und inspirierenden Gesprächsrunde.

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Susann Schuppann, studentische Mitarbeiterin am WIG2 Institut,
Forschungsseminar 14 am 15.4.2021

Schwerpunktfindung für Masterthema: „E-Health in Deutschland – Digitalisierung in der Pflege – Auswirkungen auf die Kommunikation zwischen Pfleger:innen und Patient:innen“

Als examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin sowie Studentin des Studienganges Public Health an der Technischen Universität Chemnitz wird sich die Masterarbeit unserer studentischen Kollegin Susann Schuppann mit dem Thema Pflege und E-Health beschäftigen. Im letzten Forschungsseminar hat sie ihr aktuelles Konzept und mögliche Schwerpunkte vorgestellt. Mit Hilfe von Digitalisierung sollen deutliche Verbesserungen der Arbeitsstruktur für Pflegekräfte erreicht und Pflegebedürftigen eine stärkere soziale Teilhabe ermöglicht werden. Dafür möchte sie besonders die Auswirkungen auf die Kommunikation zwischen Pfleger:innen und Patient:innen untersuchen.

In der anschließenden Diskussion gab es die Anregung, doch um die Ecke zu denken: Vielleicht könnten bereits existierende Datensätze, beispielsweise vom WIG2 Institut, für eine quantitative Analyse genutzt werden, anstatt eine Vignetten-Studie selbst durchzuführen?

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Rico Büttner-Janner, studentischer Mitarbeiter bei 4K ANALYTICS,
Forschungsseminar 14 am 15.4.2021

Masterarbeit: „E-Health in Deutschland – Entwicklungsperspektiven und internationaler Vergleich mit Fokus auf Interoperabilität im Gesundheitswesen“

Rico Büttner-Janner studiert im M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der Uni Leipzig und ist studentischer Mitarbeiter bei unserem Schwesterunternehmen 4K ANALYTICS. Er erörtert in seiner Abschlussarbeit, wie es um die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens steht. Er möchte in diesem Zusammenhang der Frage nachgehen, welche Bedeutung Interoperabilität für den effizienten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) hat. Dafür untersucht und vergleicht er die Situation in Deutschland, Estland, Dänemark und den Niederlanden umfassend. Der Interoperabilität als Erfolgsfaktor im Gesundheitswesen nähert er sich unter anderem anhand der elektronischen Patientenakte. In den kommenden Monaten soll der aktuelle Forschungsstand um einige Expert:inneninterviews ergänzt und mit Entwicklungsperspektiven sowie Handlungsempfehlungen für Deutschland abgeschlossen werden.

Nach der Präsentation im Rahmen unseres 14. Forschungsseminars konnte das Auditorium noch einige Kontaktempfehlungen für potentielle Interviewpartner:innen geben und freut sich nun auf die finale Fassung seiner Masterarbeit.   

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Tobias Schäffer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am WIG2 Institut,
Forschungsseminar 12 am 5.11.2020

Projektidee zum Einfluss der Verweildauer auf den Verlauf der Genesung

Frau Prof. Amelie Wuppermann und ihr Team (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ) in Zusammenarbeit mit Tobias Schäffer (WIG2 Institut)

Fördert das DRG-Fallpauschalensystem (Diagnosis Related Groups) in Krankenhäusern eine Ökonomisierung der Medizin, oder sorgt der dadurch entstandene Wettbewerb für mehr Transparenz und somit für eine Verbesserung der Versorgungsqualität?

Mit dieser, in der Öffentlichkeit sehr divers diskutierten Frage begann das jüngste WIG2-Forschungsseminar. Frau Prof. Amelie Wuppermann und ihr Team (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) in Zusammenarbeit mit Tobias Schäffer (WIG2 Institut) präsentierten ihre Projektidee „Einfluss der Verweildauer auf den Verlauf der Genesung“. Nach dem DRG-Fallpauschalensystem erhält ein Krankenhaus für einen Fall mit einer bestimmten Diagnose stets die gleiche Pauschale, wenn die Verweildauer im Zeitraum einer unteren und oberen Verweildauergrenze liegt – unabhängig davon wie viele Tage der stationäre Aufenthalt eine:r Patient:in tatsächlich andauert. Davon ausgehend möchte das Forschungsteam mögliche Verbindungen zwischen einer DRG, der Verweildauer und den damit einhergehenden Kosten sowie der Versorgungsqualität und dem Verlauf der Genesung erforschen.

Dabei, so empfahl WIG2-Kollege Nils Kossack, solle sich die Untersuchung auf eine Eigenschaft konzentrieren und diese anhand von besprochenen, fallreichen DRG analysiert werden. Zum Schluss machte Dennis Häckl, wissenschaftlicher Geschäftsführer am WIG2 Institut, darauf aufmerksam, dass die Qualität der Versorgung auch durch den Typ des Krankenhauses, z. B. mit Regel- oder Maximalversorgung beeinflusst wird.

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Franziska Stutzer, studentische Mitarbeiterin am WIG2 Institut,
Forschungsseminar 11 am 10.9.2020

Masterarbeit zur Konzeption einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift

Im Institutsbereich für Wissenschaftliche Entwicklung feilt unsere studentische Kollegin Franziska Stutzer gerade an ihrer Masterarbeit, die sie Ende des Jahres abgeben möchte. Als Studentin im Studiengang Verlags- und Handelsmanagement der HTWK Leipzig widmet sie sich dem „Konzept einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift für das WIG2 Institut“. Dieses basiert auf der vom WIG2 Institut formulierten Strategie der Neugründung einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift zu Datenwissenschaft im Gesundheitswesen – mit den Zielen, das wissenschaftliche Image des Unternehmens zu stärken und den Fortschritt in den institutsrelevanten Fachbereichen zu fördern. Neben diesem unkommerziellen Leitgedanken beinhaltet ihre Forschungsfrage außerdem Aspekte der finanziellen Tragbarkeit.

Sie nutzte das Forschungsseminar, um den aktuellen Stand ihrer Arbeit zu präsentieren. Wohl wissend, dass sie potenzielle Leser:innen, Autor:innen und Reviewer:innen „ihrer“ wissenschaftlichen Fachzeitschrift im Auditorium finden wird, ging Franziska in ihrer Präsentation insbesondere darauf ein, dass Bedürfnisse und Probleme von Kund:innen bei der Konzeption einer solchen Fachzeitschrift eine elementare Rolle spielen. Die Frage danach, welche Bedürfnisse das sind, konnte sie direkt ins Publikum geben. Es folgte eine anregende Diskussion über Anreize für hochwertige Einreichungen und gute Reviews. Am Ende wurden die Herausbildung starker Alleinstellungsmerkmale als Abgrenzung zu anderen

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Dr. Tarcyane Barata Garcia, wissenschaftliche Mitarbeiterin am WIG2 Institut, Forschungsseminar 11 am 10.9.2020

Masterarbeit zum Zusammenhang zwischen Proteinen und kardiovaskulären Merkmalen
Association of proteome profiles with cardiovascular traits in a large population-based study (LIFE-Adult), UNIVERSITY LEIPZIG - Faculty of mathematics and Computer Science, Institute of Computer Science

Unsere Kollegin Dr. Tarcyane Barata Garcia arbeitet gerade am Abschluss ihrer Masterarbeit in Bioinformatik an der Universität Leipzig und hat uns zum Forschungsseminar am 10. September ebenfalls ihr Thema vorgestellt. Sie erforscht den Zusammenhang zwischen Proteom-Profilen und kardiovaskulären Merkmalen in einer großen bevölkerungsbezogenen Studie (LIFE-Adult).

Während der LIFE-Adult Studie untersuchte das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) bis 2014 mehr als 10.000 zufällig ausgewählte Leipziger:innen zwischen 18 und 80 Jahren umfänglich. Anhand medizinischer Untersuchungen, Interviews und Laboruntersuchungen wurden z. B. Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen sowie mentale Fähigkeiten, seelische Erkrankungen und verschiedene Umweltfaktoren erfasst. Außerdem unterzog man die Probant:innen einer intensiven molekular-genetischen und labormedizinischen Untersuchung.

Tarcyane nutzt das Potential der Forschungsdaten von zirka 2.000 LIFE-Adult-Studienteilnehmer:innen und analysiert ausgehend vom Proteom-Ansatz eventuelle Zusammenhänge zwischen Proteinen und kardiovaskulären Merkmalen. Die Proteomanalyse hilft bei der Entschlüsselung von Krankheitsmechanismen und ermöglicht die Detektion potenzieller Biomarker, welche krankheitsspezifisch sein können. Die Identifizierung und Quantifizierung von neuen Biomarkern erfolgte durch eine Proximity Extension Assay-Technologie (PEA). Diese Technologie ermöglicht die gleichzeitige Messung von 92 Proteinanalyten in einem minimalen Probenvolumen. Die proteomischen Signaturen und deren Zusammenhang mit kardiovaskulären Phänotypen wurden mittels linearer und logistischer Regression untersucht.

In der anschließenden Gesprächsrunde, u. a. mit unserem Leiter für Analytik, Nils Kossack, wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie während der Analyse mit fehlenden Daten sinnvoll umgegangen werden kann.