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Systematisches Review zu Health State Utility Values bei Influenza und influenzaähnlichen Erkrankungen

In gesundheitsökonomischen Bewertungen wird die Lebensqualität häufig durch Health State Utility Values (HSUVs) quantifiziert. Diese Werte messen, wie sehr eine Krankheit den Alltag und das Wohlbefinden der Betroffenen einschränkt, und fließen in Berechnungen qualitätskorrigierter Lebensjahre (QALYs) ein, die als zentrale Entscheidungsgrundlage für die Bewertung medizinischer Interventionen dienen. Eine systematische Übersicht fasst nun Studien zusammen, die die Auswirkungen von Influenza und influenzaähnlichen Erkrankungen (ILI) auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität anhand von HSUVs untersucht haben.

In das Review wurden internationale Studien aus den Jahren 1990 bis 2023 eingeschlossen, um HSUVs für Influenza und ILI in allen Altersgruppen zu erfassen. Insgesamt erfüllten 25 Publikationen aus Europa, Nordamerika, Asien und Australien die Kriterien. Die ermittelten HSUVs reichten am schlimmsten Krankheitstag von -0,342 bei laborbestätigter Influenza bis +0,48 bei ILI. Deutliche Unterschiede ergaben sich unter anderem durch die Vielfalt verwendeter Instrumente zur Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, durch das Behandlungssetting (stationär vs. ambulant) sowie durch die Zeitpunkte der Erhebung. Zudem lag nur eine Studie vor, die HSUVs nach Altersgruppen differenzierte. Die Studienqualität variierte so stark, dass lediglich sechs Studien alle Qualitätskriterien erfüllten.

Die Autor:innen betonen, dass unterschiedliche Studiendesigns und Methoden zur Erhebung von HSUVs zu sehr unterschiedlichen Werten für Influenza und ILI führten. Aufgrund dieser Heterogenität lässt sich kein einheitlicher, allgemein gültiger Wert für Influenza oder ILI ableiten.  Entsprechend sollten die daraus abgeleiteten QALYs in gesundheitsökonomischen Bewertungen mit Bedacht eingesetzt werden.