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LeoH – Leipzig ohne Hepatitis

Hepatitis B, C und D zählen zu den häufigsten Ursachen schwerer Lebererkrankungen und werden dennoch zu selten diagnostiziert und behandelt. WIG2 ist eine von mehreren Leipziger Organisationen, die im Modellprojekt „Leipzig ohne Hepatitis" (LeoH) gemeinsam daran arbeiten, die Versorgungssituation in Leipzig systematisch zu erfassen und gezielt zu verbessern.

Hintergrund

Virale Hepatitis-Erkrankungen B, C und D können die Lebensqualität von Betroffenen erheblich einschränken und hohe Kosten für das Gesundheitssystem verursachen. Unbehandelt führen sie zu schwerwiegenden Folgekrankheiten wie Leberzirrhose und Leberkrebs. Die WHO will Hepatitis B und C bis 2030 weltweit eindämmen. Obwohl die Bundesregierung dafür bereits 2016 mit der Strategie „BIS2030" einen entsprechenden Rahmen geschaffen hat, ist dieses Ziel in Deutschland nach aktuellem Stand nicht erreichbar. Um mehr Tempo in Prävention, Diagnostik und Behandlung zu bringen, braucht es viele fokussierte Maßnahmen auf lokaler Ebene – wie das Modellprojekt „Leipzig ohne Hepatitis" zeigen soll.

Vorgehen

Das Gesamtvorhaben LeoH wird in zwei Teilprojekten wissenschaftlich begleitet: Im Rahmen der LeoVers-Studie (Leo-Versorgungsstudie) werden niedergelassene Ärzt:innen in Leipzig zur aktuellen Versorgungssituation von Menschen mit Virushepatitis befragt. LeoPräv (Leo-Prävalenz) zielt auf die Erstellung eines epidemiologischen Lagebilds für die Stadt – auf Basis von Routinedaten u. a. aus Diagnostiklaboren, dem Meldewesen nach Infektionsschutzgesetz sowie Sozialdaten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die über einen Datennutzungsantrag erschlossen werden. 

Auf dieser empirisch fundierten Basis soll ein breites Netzwerk für den Raum Leipzig entstehen, das Gesundheitsbehörden, niedergelassene Ärzt:innen, Diagnostiklabore und Community-Einrichtungen einbindet. Parallel dazu erarbeitet das Konsortium eine regionale Eliminationsstrategie, die Verbesserungen entlang der gesamten Diagnostik-Therapie-Achse anstrebt. Über Pressemitteilungen, Social Media-Arbeit, die Projektwebsite sowie Präsentationen auf nationalen Fachveranstaltungen erhalten sowohl Fachleute als auch die interessierte Öffentlichkeit gezielt Informationen rund um die Erkrankung und zum Projektverlauf.

WIG2 übt in LeoH die Rolle der organisatorischen Projektleitung aus und unterstützt die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens.

Ziel

Im Zentrum des Forschungsprojekts steht die Schaffung einer belastbaren Datengrundlage zur Versorgungssituation und epidemiologischen Lage im Raum Leipzig. Darauf aufbauend gilt es zielgerichtete Detektionsverfahren sowie Präventions- und Therapieangebote zu entwickeln, um die medizinische Versorgung von Menschen mit viralen Hepatitis-Erkrankungen B, C und D in dieser Region schrittweise zu stärken. 

Partner
Förderung
  • AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
  • Gilead Sciences GmbH
Projektpartner
  • Eugastro GmbH (Christiane Thyrolf, Andrea Garcia Quintanar)
  • Klinikum St. Georg Leipzig (Prof. Dr. Ingolf Schiefke)
  • Universitätsklinikum Leipzig (Prof. Dr. Florian van Bömmel, Dr. Heinrich Rodemerk)