Epidemiologie der generalisierten pustulösen Psoriasis in Deutschland: Analyse von Einflussfaktoren auf Prävalenzschätzungen aus Leistungsdaten der Krankenkassen
Fachartikel, veröffentlich in "JDDG (Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft)"
Hintergrund und Zielsetzung Die generalisierte pustulöse Psoriasis (GPP) ist eine seltene, chronische, potenziell lebensbedrohliche Hauterkrankung. Unser Ziel war es, Kriterien festzulegen, nach denen sich die Prävalenz von GPP in Deutschland präzise schätzen lässt. Patienten und Methodik Eine retrospektive Analyse der WIG2-Datenbank der Krankenkassenleistungen (01.01.2016–31.12.2020) wurde durchgeführt. Patienten ab 12 Jahren, die fortlaufend gesetzlich krankenversichert waren und einen stationären oder bestätigten ambulanten Diagnosecode für GPP (International Classification of Diseases, 10th Revision [ICD-10] L40.1) hatten, waren einbezogen. Die GPP-Population wurde anhand zunehmend strenger Kriterien bestimmt. Ergebnisse Von 2016–2020 wurden 5236 potenzielle GPP-Fälle auf der Grundlage einer erfassten GPP-Diagnose identifiziert. Das Szenario mit ≥ 1 GPP-Diagnose ergab die höchste Prävalenz (336–390 Patienten/Million), gefolgt von > 1 GPP-Diagnose in ≥ 2 Quartalen (189–288 Patienten/Million); die niedrigste Prävalenz ergab sich aus Szenarien mit einer Diagnose in ≥ 2 Quartalen UND zwei unabhängigen Diagnosen (17–28 Patienten/Million) sowie einer Diagnose in ≥ 2 Quartalen UND zwei unabhängigen Diagnosen oder Diagnose durch einen Facharzt UND potenzieller Schub (58–61 Patienten/Million). Schlussfolgerungen Diese Studie deutet darauf hin, dass eine Diagnose in ≥ 2 Quartalen durch einen Facharzt oder zwei unabhängige Ärzte das klinisch aussagekräftigste und zuverlässigste Kriterium für die Schätzung der GPP-Prävalenz sein könnte; daher können 50–100 Patienten/Million als realistische Prävalenzschätzung in Deutschland angesehen werden.